Gepostet am 09. Mai 2010
Wie versprochen gibts heute eine Schnellanleitung zum Thema “Kugelpanoramen mit freier Software erstellen”. Verwendet werden die beiden Programme Hugin und Gimp.
Zuerst benötigt man natürlich das Bildmaterial. Hierzu hab ich für diese Anleitung schnell mit dem Fisheye-Objektiv vier Beispielbilder geknipst. Eines in jede Himmelsrichtung. Für meine eigenen Panoramen schieße ich normalerweise acht Fotos, das erleichtert das Zusammenfügen und verbessert meiner Meinung nach die Qualität des Ergebnisses. Der Einfachheit halber verwende ich heute vier Stück.

Für nachträgliche “Flickereien” ist es oft auch von Vorteil, wenn man den Boden und den Himmel zusätzlich abfotografiert. Hier können ruhig die Füße mit drauf sein, das stört nur selten.
Nun startet man Hugin (Anwendungen – Grafik – “Hugin – Panorama-Editor”), bleibt im Reiter “Assistent” und lädt unter Punkt 1 seine Bilder ins Programm (Mehrfachauswahl mit der Strg-Taste – Achtung: Boden und Himmel nicht einlesen!). Anschließend ist darauf zu achten unter Objektivtyp die Voreinstellung auf “Fischauge kreisförmig” zu ändern. Die Brennweite und der Formfaktor sollten im Normalfall aus den EXIF-Daten der Bilder automatisch ausgelesen werden.

Jetzt wechselt man in den Reiter “Beschnitt“. Hier einfach alle Fotos markieren (Strg-Taste) und anschließend mit der Maus im sichtbaren Foto den gewünschten Bildausschnitt wählen.

Hier ist darauf zu achten, dass auch der Flare am Bildrand nicht ausgewählt wird. Man kann ruhig etwas großzügiger beschneiden. Eventuell muss der Punkt “Auf Bildmitte (d, e) zentrieren” abgewählt werden um eine schöne Auswahl zu schaffen.

Zurück zum Reiter “Assistent” und unter Punkt 2 “Ausrichten” auswählen. Die Bilder werden nun anhand automatisch gefundener Kontrollpunkte zusammengefügt.

In der anschließenden Panorama-Vorschau muss der Punkt “Ziehen” ausgewählt werden. Achtung: Hier von den teilweise schlechten Farbübergängen nicht schrecken lassen – es handelt sich nur um eine Vorschau. Im tatsächlichen Ergebnis sieht es besser aus!

Außerdem muss unten links die Projektion auf “Fisheye” umgestellt werden. Dann kann das Bild “angefasst” werden und entlang der Mittellinie soweit nach oben gezogen werden, bis der schwarze Fleck in der Mitte ist.

Wenn der Schwarze Fleck wie gewünscht in der Mitte ist (von Verzerrungen usw. einfach nicht stören lassen) muss der Button “Einpassen” angeklickt werden.

Nun ist das Bild soweit eingepasst, dass alles darauf zu sehen ist und das gesamte Foto nur von Himmel und an den Ecken von Bodenresten umgeben ist. Um das Panorama nun endlich zu erstellen einfach die Vorschau schließen und im Reiter “Assistent” den Button 3 “Erstellen des Panoramas…” auswählen und einen Speicherort angeben. Dort werden jetzt einige Bilder erstellt, die nach Fertigstellung wieder automatisch gelöscht werden. Nun sollte nur noch das Panoramabild im Tif-Format übrig sein – allerdings mit einem hässlichen leeren Fleck in der Mitte und einem nicht sonderlich hübschen Himmel.

Hugin kann nun geschlossen werden – es beginnt das Feintuning in Gimp, weshalb wir die Panorama.tif nun dort laden. Widmen wir uns zuerst dem einfacheren Teil – der Himmel. Die besten Erfahrungen habe ich hier mit dem Freihand-Auswahl, dem Pflaster und dem Verwischen-Werkzeug gemacht.

Gute Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man mit dem Freihand-Auswahl-Werkzeug schöne Teile vom Himmel ausschneidet und über die weniger schönen Teile legt. Die Übergänge müssen nicht 100% perfekt sein, ähnliche Farbtöne erleichtern jedoch die Bearbeitung.

Mit dem Verwischen-Werkzeug (gerne auf eine große Größe skalieren) können die harten Übergänge nun leicht verwischt werden bzw. gleich ganze Teile vom Boden aus dem Himmel gewischt werden.

So und zu guter Letzt nehmen wir uns noch dem fehlenden Bodenteil an. Auch dafür verwende ich gerne das Freihand-Auswahl-Werkzeug und kopiere umliegende Bodenteile die in die freie Fläche passen über die Leere. Mit dem Pflaster-Werkzeug können die Übergänge anschließend sehr gut und unauffällig korrigiert werden. Auch könnten hier Teilchen aus dem Boden bzw. Himmel Foto (wie anfangs erwähnt) gebraucht werden.

Fertig! :-) Nun kann nach Lust und Laune nachgeschärft, bearbeitet, wasauchimmer werden!
Ergebnis:

Und mit Effekten…

Viel Spaß!